Am Tag der Deutschen Einheit war ich auf Einladung von Ratsherr Wolfram Heaseler (Bündnis 90/Die Grünen) Teil von Karo Otte’s (Bundestagsabgeordnete, Bündnis 90/Die Grünen) Wanderung auf den Brocken. Was auf den ersten Blick einfach nach einer sportlichen Tour aussah, war in Wahrheit ein Stück gelebte Demokratie: Menschen aus unterschiedlichsten Orten in unserer Region, Generationen und mit verschiedensten Ansichten kamen ins Gespräch – über Geschichte, Gegenwart und die Frage, wie wir unser Land zusammenhalten.
Unter den Teilnehmenden waren unter anderem Ullrich-Karl Engel und Dietmar Schultke. Auch Sebastian Striegel (Landtagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt). Die Gespräche auf dem Weg nach oben waren genauso vielfältig wie die Menschen selbst – von der Wiedervereinigung über den Zustand unserer Demokratie bis hin zu den Herausforderungen im ländlichen Raum. Auch Chancen und Probleme der E-Mobilität waren Teil des Austausches.
Wie kann man leichter über unsere Ratsarbeit informieren? Gibt es Möglichkeiten für gemeinsame Aktionen in der Stadt? Natürlich waren konkrete Themen für Clausthal-Zellerfeld nicht weniger von Bedeutung!





Ullrich-Karl Engel

- Geboren 1950 in Osterwieck, aufgewachsen in der DDR. Ausbildung im VEB Elektromotorenwerk Wernigerode zum Zerspanungsfacharbeiter, später Ingenieurstudium.
- Nach der Wende Mitbegründer der Blankenburger Baugesellschaft, zuvor tätig als Abteilungsleiter im VEB Harzer Werke Blankenburg.
- Von 1990 bis 1998 Abgeordneter im Landtag Sachsen-Anhalt für BÜNDNIS 90/Die Grünen, anschließend bis 2010 im Verkehrsministerium tätig.
- Seit Jahrzehnten kommunal engagiert: Stadtrat in Blankenburg, Kreisvorsitzender der Grünen im Harz, Mitglied im Kuratorium „Naturmonument Grünes Band Sachsen-Anhalt“.
Dietmar Schultke

- Früher war er Grenzsoldat in der DDR, tätig als Hundeführer am Brocken (1987/88) und DDR-Wehrpflichtiger.
- Heute Autor, Zeitzeuge und Akteur in historischer Bildung: Er bietet Wanderungen, Vorträge, Workshops an – besonders zu DDR-Geschichte, Teilung, Grenzregime.
- Führt zum Beispiel die „Brockenwanderung zum DDR-Grenzregime“ durch, bietet „Als Hundeführer am Brocken“ Vorträge etc.
Mich hat an diesem Tag besonders beeindruckt, wie offen und respektvoll der Austausch war. Trotz unterschiedlicher politischer Hintergründe ging es nicht um Schlagzeilen, sondern um Zuhören, Verstehen und gemeinsame Verantwortung. Genau das ist es, was Demokratie im Kern ausmacht – und was wir viel öfter leben sollten.
Nur wer miteinander redet, kann etwas bewegen. Und manchmal beginnt das einfach mit einem gemeinsamen Schritt bergauf.
Solche Begegnungen zeigen mir: Wenn wir bereit sind, miteinander zu reden – auch über Grenzen hinweg –, dann kann aus einer einfachen Wanderung ein starkes Zeichen für Zusammenhalt werden.
